78 Prozent der in Österreich kontrollierten Spielzeuge entsprachen nicht den EU-Sicherheitsstandards
Im Rahmen der “PCA” (Priority Control Area) wurden europaweit in Summe 20.000 Spielzeuge und kleine Elektronikgeräte in Zusammenarbeit mit den Marktüberwachungsbehörden kontrolliert, mehr als die Hälfte davon entsprach nicht den EU-Produktnormen. Beim Test ausgewählter Produkte im Labor wurden 84 Prozent als gefährlich eingestuft. Bei der „PCA“ handelt es sich um eine von der EU koordinierte Schwerpunktaktion im Auftrag der Direktion für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU der EU (DG GROW) und der Generaldirektion Steuern und Zollunion (DG TAXUD), bei welcher Zoll- und Marktüberwachungsbehörden in allen Mitgliedstaaten zusammen tätig werden.
In Österreich wurden in Kooperation von Zoll, BAVG, AGES Interneteinheit und Gutachterinnen und Gutachtern 69 Kinderspielzeug-Bestellungen, überwiegend kleine Sendungen aus Drittländern untersucht. 78 Prozent der Produkte entsprachen dabei nicht den EU-Sicherheitsstandards. Die Hauptgründe waren verschiedene Kennzeichnungsmängel, darunter fehlende CE-Kennzeichnungen, unzureichende Warnhinweise sowie Mängel in der sprachlichen Ausführung der Kennzeichnung.
Pro Sekunde werden fast 180 Kleinpakete direkt an Verbraucherinnen und Verbraucher importiert
Der elektronische Handel hat in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen. Seit 2022 hat sich das Volumen der in die EU versendeten Kleinsendungen jährlich verdoppelt. Im Jahr 2024 kamen laut Angaben der EU-Kommission 4,6 Milliarden Pakete auf den EU-Markt. Zwischen Juli 2024 und Juli 2025, den letzten bisher verfügbaren Daten, war nochmals ein Anstieg um 36 Prozent zu verzeichnen. Pro Sekunde werden fast 180 solcher Direktlieferungen importiert. Mittlerweile machen Kleinsendungen 97 Prozent der Lieferungen aus.
„Um der Gefahr potenziell gesundheitsschädlicher Produkte im Internethandel zu begegnen, wurde die Kontrolltätigkeit und Zusammenarbeit von Zoll, BAVG und AGES risikobasiert verstärkt. Gezielt werden vom BAVG Trends beim Einkaufsverhalten der österreichischen Verbraucher:innen nach Warengruppe, Herkunftsland und Online-Plattform beobachtet, um Knowhow im operativen Vollzug austauschen zu können und ein hohes Maß an Verbraucher:innenschutz etwa bei Kinderspielzeug, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetik sicherzustellen“, so BAVG-Direktor und AGES-Geschäftsführer Anton Reinl.
EU setzt Maßnahmen gegen Paketflut: Aufhebung der Zollbefreiung für Kleinsendungen ab 1. Juli 2026
Nach der im Rat der Finanz- und Wirtschaftsminister angenommenen Aufhebung der Zollbefreiung ab 1. Juli 2026 für Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro und der Einhebung eines einheitlichen Zollsatzes von 3 Euro, hat die EU nun erste Maßnahmen in Bezug auf die Vielzahl der Pakete aus Drittstaaten gesetzt. Link zur Pressemeldung mit Zitaten von Konsument:innenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, Finanzminister Markus Marterbauer und Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.
Endbericht der EU-Zollkontrollaktion “Most third-country e-commerce goods do not follow standards”.